Schulverpflegung am Manzenberg beschlossen

Am 5.7. wurde vom Gemeinderat beschlossen, die Firma Sander Catering GmbH aus 56291 Wiebelsheim mit der Bewirtschaftung der Mensa des Schulzentrums am Manzenberg zu beauftragen. Dr. Maria Locher brachte in ihrer Wortmeldung das Unbehagen der CDU Fraktion und vieler Ratskollegen darüber zum Ausdruck, dass ausgerechnet eine Firma aus Nordrhein-Westfalen und kein regionaler Anbieter den Zuschlag erhalten hat.

 

 

Dadurch wird ein täglicher Kühltransport von 420 km durch die halbe Bundesrepublik notwendig und dieses Vorgehen konterkariert die Bemühungen der Stadt um den „European Energy Award“ und die Aktion „Tettnang - Regional und fair“. Es wurde dabei keineswegs die Güte des Essens – davon konnten sich einige Ratsmitglieder beim Probeessen überzeugen – noch die Rechtmäßigkeit des Ausschreibungsverfahrens in Frage gestellt. Dieses war von der Verwaltung mit Unterstützung zweier vom Oberschulamt beauftragter, in Sachen Essensausschreibung fachkundiger Damen durchgeführt worden. Allerdings hatte es dabei sowohl an Organisation als auch Kommunikation gekrankt, da der erste Termin für die Festlegung der Ausschreibungskriterien wegen Erkrankung einer der Damen ausfallen musste und der Ersatztermin ohne Beteiligung der Vertreter des Gymnasiums stattfand. Diese tagten an einem separaten Termin, ohne dass ihnen das Diskussionsergebnis des vorangegangenen Termins mitgeteilt wurde. Diese Kommunikationslücke hatte zur Folge, dass das Gymnasium an einer Verpflegung ohne Vorbestellung festhielt, obwohl bekannt war, dass eine solche Vorgabe für den Caterer ein hohes Kalkulationsrisiko darstellt und den Kreis der Bewerber erheblich einengt, weshalb die Möglichkeit einer Abbestellung am Verpflegungstag trotz Vorbestellung noch erörtert und geklärt werden sollte. Dies ist mangels Protokoll schlichtweg unter den Tisch gefallen.


CDU-Rat Bernd Bentele ergänzt in der Sitzung: „… es ist einmal mehr notwendig, sich im Nachhinein mit der Prozessqualität des Ausschreibungsverfahrens auseinanderzusetzen. Dass man jetzt nichts mehr am Ergebnis ändern kann ist klar, aber wir sollten versuchen aus den gemachten Fehlern zu lernen, damit ein solcher Prozess beim nächsten Mal runder läuft.“

 

BM Walter meinte, dass diese Ausschreibung schließlich mit Beauftragung von Fachleuten durchgeführt wurde. Und die Verwaltung dies nicht ohne Fachleute machen könne, aufgrund der VOL-Richtlinien etc.
CDU-Rätin Sylvia Zwisler betonte: „Die Stadt sollte grundsätzlich zuerst einmal wissen, was gewollt ist und sich auch bei umliegenden Schulen erkundigen, die regionale Lieferer gefunden hätten. Dieses begleitende Büro aus dem Norden hätte schlussendlich zu keinem befriedigenden Erfolg geführt und deshalb ist dies keine Garantie, wenn in zwei Jahren einfach ein anderes Büro beauftragt wird.“

 

Da die Zeit drängt, hat sich der Gemeinderat trotzdem mit großer Mehrheit für die Firma Sander entschieden. Jedoch waren sich alle einig, dass im Falle einer Neuausschreibung nach Ablauf des Liefer-Vertrages die Bedingungen erneut überdacht werden und insbesondere die Möglichkeiten eines regionalen Anbieters berücksichtigt werden sollen.