Bürgerstammtisch diskutiert Ziele der Stadtgestaltung

 

Das Gesprächsangebot wurde in der Torstube von Bürgern und Einzelhändlern wahrgenommen, die sich zum Stand der Planungen in der Karl- und Montfortstraße bei CDU-Vorstandsmitgliedern und Gemeinderäten informierten.

 

Verpackung toll, aber Inhalt überzeugend?


Es wird natürlich schöner werden, mit beispielsweise Marmor, dafür um die Hälfte reduzierter Parkflächen und glitzernden Lichtern und Sitzmöbeln. „Aber die zentrale Frage ist doch, reicht „Schönheit“ als Konzept aus, unsere Stadt – bezogen auf den Einsatz der finanziellen Mittel – attraktiver zu machen? Meiner Meinung nach muss gleichzeitig der Handel gestärkt werden, damit sich die Leerstände reduzieren“, bringt Gemeinderat Thomas Bentele ein.


Um konkret nicht nur eine „beleuchtete Halbfußgängerzone“ (Zitat eines Leserbriefschreibers) zu bekommen, sind nach Ansicht der Diskussionsteilnehmer folgende Punkte bei der Stadtverwaltung und den Räten zu beachten.


Die Zielsetzungen eines Gesamtkonzeptes:


Mit einem Einzelhandelskonzept können die Gemeinderäte den Wandel im Handel kompetenter begleiten. Mit einem Konzept erhalten Politik und Verwaltung klare Beurteilungsmaßstäbe, um Anfragen von Investoren zur Neuansiedlung oder Erweiterung von Einzelhandelsbetrieben beurteilen zu können. Für bereits ansässige Händler erhöhe sich die notwendige Planungssicherheit.


Ein Gutachten der Immakom empfahl vor ca. 8 Jahren einen Frequenzbringer in der Stadt anzusiedeln und auch mehr Parkplätze. Wenn diese Empfehlungen zwischenzeitlich von der Verwaltung nicht umgesetzt werden konnten, kann jetzt die aktuelle Planung diese Schwachstellen leider nicht aus dem Weg räumen, so ein Bürger.


Der Gemeinderat sollte besser heute als morgen die IHK Weingarten mit ins Boot holen, um bei dieser Neugestaltung die Entwicklung des Handels stärker fachlich berücksichtigen zu können. Die grundsätzlichen Probleme bleiben ansonsten bestehen, wie Online-Handel, zunehmende Filialisierung oder Planungsunsicherheiten für Investoren.


Sind nachher weniger zentrale Parkmöglichkeiten tatsächlich vorteilhafter?


Es wurde nachgefragt, warum auch hier die Empfehlung von Fachleuten nicht umgesetzt wird. Vorsitzende Sylvia Zwisler erläuterte, dass von der CDU Fraktion auch der „Park-Platz-Baustein“ bei den Planungssitzungen ernsthaft verfolgt wird. „Wir haben einen mehrheitlich gefassten Grundsatzbeschluss des Gemeinderates vorliegen, dass die bei der Baumaßnahme wegfallende ca. 70 Parkplätze vor Baubeginn zentral ersetzt werden müssen.“ Ein entsprechender Planungsentwurf wurde von der Verwaltung zur Klausurtagung vorgelegt.


Sven Empen regte an, unterhalb des Polizeistandortes endlich ein Stadtparkhaus zu bauen, über das bislang immer nur geredet würde. Baulich wäre es möglich, über diese Tiefgarage später einmal eine neue Stadthalle zu bauen. Der Gemeinderat sollte hier schnellstens Investoren anfragen, damit auch die Finanzierung nicht allein auf den Schultern der Stadt steht. Als Voraussetzung müsste eine Grundstückszusage verhandelt werden. Es kam die Frage auf, inwieweit wohl der Verwaltung bislang belastbare Ergebnisse vorliegen?


Der stellv. Vorsitzende Achim Lange dankte der aktiven Gesprächsrunde. „Es ist der CDU ein Anliegen, Tettnang als vitalen Standort weiter zu entwickeln - mit einem starken Einzelhandel als Schlüsselfaktor.“