Ganztagesbestrieb an der Schillerschule vorerst zurückgestellt

 

Das Schulkonzept der Landesregierung sieht für die Grundschulen der Zukunft einen Ganztagesbetrieb vor. Damit folgt sie den Bedürfnissen vieler Eltern, die entweder beide berufstätig oder alleinerziehend berufstätig sind. Diese Bedürfnisse wurden an der Schillerschule Tettnang  bisher durch den Hort erfüllt, der von Montag bis Freitag bis 17.00 Uhr und morgens ab 7.00h eine Betreuung mit Mittagessen anbietet.

 

Dieser Hort wird zum Teil durch Elternbeiträge, zum Teil durch die Stadt und durch Zuschüsse des Landes finanziert. Er hat 40 Plätze, wobei im splitting (Betreuung nur an einzelnen Tagen) bis zu 56 Plätze vergeben werden. Der Bedarf an Betreuung ist jedoch höher (Warteliste), steigt ständig und eine räumliche und personelle Ausweitung wäre nötig. Diese müsste jedoch von der Stadt selbst ohne Unterstützung des Landes gestemmt werden.

 

Die Angebote der Ganztagsschule sind dagegen unentgeltlich. Mit der Einrichtung eines Ganztagesbetriebes stellt das Land die Bezuschussung des Hortes ein, da der Betreuungs-Bedarf durch die Schule abgedeckt wird. Bei Weiterbestehen, müsste er also von den Eltern und der Stadt allein getragen werden.


Für die Stadt wäre die Einrichtung einer Ganztagesschule die kostengünstigste Lösung. Die Eltern können dann entscheiden, ob sie ihre Kinder zum Regelbetrieb oder für die Ganztagsschule anmelden. Dazwischen gibt es keine Möglichkeit, eine flexible Betreuung an nur ein oder zwei Nachmittagen ist dann ausgeschlossen.


Der Antrag auf Einrichtung eines Ganztagesbetriebs hat die Option für eines der folgenden Zeitfenster: Ganztagsbetrieb an 3 oder 4 Tagen, mit 7 oder 8 Zeitstunden. Pro Schule ist nur ein Modell möglich, nicht deren Kombination.


Der Schulleiter, Herr Schobloch und seine Stellvertreterin Frau Sauter haben im Auftrag der Verwaltung und in Zusammenarbeit mit dem Lehrerkollegium ein Konzept entwickelt, wie dieser Ganztagesbetrieb mit Mittagessen, Lernbegleitung und unter Einbeziehung anderer pädagogischer Institutionen wie Musikschule, Jugendkunstschule und der Sportvereine mit einem Jugendbegleitprogramms durchgeführt werden kann. Dieses Konzept wurde zunächst dem Verwaltungsausschuss des Gemeinderats im September vorgestellt, da zur Einführung des Ganztagesbetriebs zum Schuljahr 2016/17 ein entsprechender Antrag zum 1. Oktober an das Regierungspräsidium gestellt werden müsste.


Das  Konzept der Schillerschule sieht einen Ganztagesbetrieb an 4 Wochentages à 8 Stunden (Mo bis Do von 8.00h bis 16.00h, Freitag bis 13.00h) als die von der Landesregierung am großzügigsten finanziell und personell geförderte Variante vor. Der von der Stadt und den Eltern nun allein getragene Hort müsste für einzelne Kinder dann nur noch die Zeit ab 7.00h morgens und bis 17.00h und den Freitagnachmittag abdecken. Allerdings müsste eine Mensa eingerichtet werden, was durch einen Umbau in den Räumen der ehemaligen Sauna in der Friedhofstraße für ca. 800.000 € möglich wäre.


Dieser Umstand, aber auch die Tatsache, dass die Eltern der Schillerschulkinder sich erstens ungenügend informiert fühlten, zweitens die Freiheit der Nachmittagsgestaltung ihrer Kinder durch die Einrichtung eines Ganztagesbetrieb bedroht sahen und daher einen entsprechenden Brief an die Verwaltung verfasst hatten, führten dazu, dass der Verwaltungsausschuss die Entscheidung über die Beantragung eines Ganztagesbetriebs auf das nächste Jahr verschoben wissen wollte, um Klarheit über die Möglichkeit einer Absprache mit der Manzenbergschule in Bezug auf die verschiedenen Optionen, die Einbeziehung anderer pädagogischer Einrichtungen in den Betreuungszeitraum und die Finanzierung von Mensa und Hort zu schaffen. Dies wurde im Gemeinderat am 7. Oktober dann auch so beschlossen. Der Hort soll mit den notwendigen Mitteln ausgestattet werden, um in der Übergangszeit für Härtefälle eine Betreuung im Hort zu ermöglichen.