Für Tettnangs Fußballer wird Frage nach den Plätzen zu einer herannahenden „Grundsatzentscheidung“

TETTNANG - Die Unzufriedenheit gärt schon eine Weile, jetzt wollen ihr die Jugendfußballer des TSV Tettnang mit Nachdruck entgegentreten. Vertreten durch den Gesamtvereinsvorsitzenden Harald Franzen, Fußball-Jugendleiter Klaus Schwärzler und Claus Veser (zuständig für die Plätze) hatte man die Kommunalpolitiker eingeladen – und traf sich nun mit der CDU-Ratsfraktion am Manzenberg-Nebenplatz („Schulsportplatz“), der aus Sicht des Vereins eine „Baustelle“ darstellt.
Das beginnt bei den Fangzäunen hinter den Toren, die ihren Sinn nur noch teilweise erfüllen. Unten rollen die Bälle hindurch, oben hat es Löcher. Für die Erneuerung des 30 Meter langen und fünf Meter hohen Zaunes sollen 40 000 Euro als Kostenvoranschlag im Raum gestanden haben. Ungläubiges Kopfschütteln bei CDU wie TSV, der bei der Ausbesserung Eigenleistungen angeboten hat.
Abgesehen von den Kosten mag dies als Kleinigkeit erscheinen, denen Harald Franzen ein weiteres Beispiel anfügte: Weiterhin ist der Weg zur Carl-Gührer-Halle im unteren Bereich nicht geteert. Dies hätte aus seiner Sicht leicht geändert werden können, als jüngst der Teerwagen ganz in der Nähe unterwegs war. Doch auch auf seine ausdrückliche Bitte hin habe sich nichts getan, ärgerte sich Franzen.
Die infrastrukturellen „Großbaustellen“ führte Klaus Schwärzler ins Feld. Allen voran die Umkleiden und Toiletten beziehungsweise deren komplettes Fehlen. Wer mal „muss“, geht in die Büsche. Oder macht sich auf den Weg in die Carl-Gührer-Halle. Nur: Handelt es sich dabei um einen Jugendlichen, ist ein Betreuer verpflichtet, ihn zu begleiten – ansonsten verletzt er seine Aufsichtspflicht. Nur: Was macht solange der Rest der Trainingsgruppe?
Spannungen untereinander: „Keiner will auf den Nebenplatz“ Ein Dilemma, das den Verantwortlichen im TSV zunehmend im Magen liegt – Klaus Schwärzler spricht von „unsäglichen Zuständen“. Zumal Begleiterscheinungen unvermeidlich sind. Etwa dass Absprachen im Freien mit (im Winter frierenden) Jugendlichen, die zum Duschen lieber heimradeln als in die Halle zu gehen, oder unter den Betreuern stattfinden müssen. Die interne Kommunikation leidet, verdeutlicht Schwärzler. Bis hin zu Spannungen untereinander, denn: „Keiner will mehr auf den Manzenberg-Nebenplatz.“
Für die TSV-Jugendfußballer als größter Abteilung im Bezirk Bodensee gibt es beim Training jedoch keine Ausweichmöglichkeit. Sie sind – neben den Plätzen im Ried, von denen im Winter in dunkler Jahreszeit nur einer nutzbar ist, des Flutlichts wegen – auf die städtischen Sportflächen am Manzenberg angewiesen. Auf das Stadion, in dem seit Längerem die Kabinen nicht mehr nutzbar sind, ebenso wie auf den „Schulsportplatz“.
Wer von dem aus dann doch das stille Örtchen der Gührer-Halle benutzt, tut dies nicht immer mit vollster Sorgfalt, sprich: Bei Harald Franzen schlagen durchaus Beschwerden auf, dass Schmutz in die Halle getragen wurde.
Unstrittig: Dem Manzenberg-Nebenplatz kommt eine wichtige Rolle zu. Nicht nur der Schulsport ist hier beheimatet. Auch Firmen und Freizeitgruppen steuern ihn an – die wegfallenden (St. Anna) respektive generell fehlenden Bolzplätze lassen grüßen. Mitgebracht haben sie am Manzenberg eine Problematik: Dadurch, dass sie relativ zentral sein sollen, ist der Lärm für die Nachbarschaft ein Ärgernis.
Und im Termin mit der CDU? Da steht Manfred Ehrles Aussage, in Sachen Fangzaun nachzufragen und auf eine schnelle Lösung zu drängen. Der TSV hat aber auch Hausaufgaben bestätigt bekommen, wollen die Kommunalpolitiker nach Aussage von Sylvia Zwisler doch wissen: Wie sehen die Vereinsvorstellungen aus, was die Sportplätze betrifft?
Das dürfte bald schon aufscheinen – ein Termin noch in diesem Jahr steht im Raum. Harald Franzen hat seitens des TSV „einen großen Investitionsrückstau“ ausgemacht, was das in die Jahre gekommene Sportgelände im Ried betrifft. Das städtische Gelände ist dem TSV zur Nutzung und Pflege überlassen. Die Vereinsförderrichtlinie der Kommune reicht dabei dem Verein zufolge gerade für den laufenden Betrieb. Rücklagen für dringend anstehende Sanierungsmaßnahmen an den Plätzen ließen sich daraus nicht bilden. Und: Die Richtlinien greifen nur bei Neuanschaffungen, was ein Dilemma darstelle. Wie es im Ried und am Manzenberg weitergeht, wird für Tettnangs Fußballer eine „Grundsatzentscheidung“.

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